Miss Kobayashi’s Dragon Maid: Ein einsamer Drache sehnt sich nach Liebe (Kobayashi-san Chi no Meidoragon Samishigariya no Ryû, 小林さんちのメイドラゴン さみしがりやの竜) – der Film zur Serie Miss Kobayashi’s Dragon Maid, die ich kenne, die auf einem Manga beruht, das ich nicht kenne. Und zum Glück bringt Crunchyroll solche Filme regelmäßig in Sondervorstellungen ins Kino.
Also ab in den bequemen Kinosessel, an der sehr langen Einlassschlange vorbei, der Astronautenfilm zieht anscheinend die Leute. Na ja, einfach vorgedrängelt.
Kannas Vater braucht Kannas Kraft, um den Krieg gegen seine Gegner zu gewinnen. Dafür kommt er mit seinem Berater Azad in die Menschenwelt, um Kanna zu holen. Da haben alle was dagegen, insbesondere Kobayashi-san und Saikawa. Also ganz besonders Saikawa.
Aber auch Kanna ist nicht glücklich, sie hätte gern einen Vater, ein Konzept, das es in der Drachenwelt nicht gibt.
Etliche Verwicklungen später sind alle in der Drachenwelt und müssen den Krieg zwischen der Chaos- und der Harmonie-Fraktion verhindern und dabei Azad überlisten. Mehr ins Detail will ich gar nicht gehen, es ist kompliziert (und auch nicht). Die Themen Vater, Familie und Freundschaft werden ausführlich behandelt, Verlust wird angeschnitten.
Mehrere Happy-Ends später sind die Taschentücher nass und wir sind glücklich: Ein- und eine Dreiviertelstunde Menschen, Drachen, Kämpfe, Heroismus, Tragik und Freude. Hach.
Die Animationen sind interessant. Die Wolken und viel Umgebung ist computergeneriert, die Drachen und Menschen nicht, die Drachen sogar oft bewusst sehr einfach. Ein interessanter Kontrast, hab ich mich schnell dran gewöhnt.
Der Film ist sehr gut, wenn einem die Serie gefällt und man auf positive Drachenaction mit viel Emotionen steht.
Die Figuren sind durch die Serie bekannt, hier wird nix unnötig erklärt. Das heißt, wenn man die Serie nicht kennt, geht viel verloren. Der Film ist aber wahrscheinlich trotzdem gut guckbar, man wird wohl nicht alle Details nachvollziehen können.
Kobayashi-san ist trotz ihrer Sauferei eine coole Figur. Und gerade der Wechsel in die Drachenwelt hat was für sich. Darüber hinaus ist Kanna als Hauptfigur eine gute Wahl. Auch wenn dadurch Kobayashi-san und Tōru etwas kürzer kommen. Aber nicht zu kurz.
Und wenn Tōru mal aufdreht, da geht einem auch das Herz auf. Auch Fafnir und Quetzalcoatl haben ihre Auftritte und sind trotz deren Kürze einfach cool.
Der Film behandelt seine Themen mit der gebotenen Ernsthaftigkeit und Leichtigkeit, die Anime so hervorragend drauf haben. Gerade Kobayashi-sans Wechsel in die Drachenwelt bietet Raum für sehr viel Komik. Natürlich gibt es auch die obligatorischen Tränenzieherszenen, je nach Laune und Tagesform kann man da widerstehen. Bis Saikama aufdreht.
Dialoge, Schnitt, Action – passt. Keine Langeweile, nicht zu lang.
Fazit: Sehr guter Film, gute Ergänzung zur Serie, ohne diese zu wiederholen.