Borderlands – ein ikonisches Computerspiel, das ich nicht gespielt habe, dessen Ästhetik mir jedoch bekannt ist. Ich kann daher nicht beurteilen, wie nah am Original der Film ist, der Film muss für sich selbst stehen. Was wahrscheinlich ein Vorteil ist, bei einem brutalen Ballerspiel.
Cate Blanchett ist unsere Hauptfigur, die sich durch die Level metzelt, um eine Mission zu erfüllen. An sich egal, worum es genau geht, in dem Fall eine Rettungsmission für einen doch bösen Auftraggeber, der überlistet werden muss.
Im positiven Sinn ist das zum einen generisch, zum anderen nicht kompliziert. Es wird nicht versucht, mehr in die banale Geschichte reinzufilmen, als da ist. Wir sind für Action da und die wird uns geboten.
Die Action ist ok bis besser, ich wäre tatsächlich an Eli Roths Originalschnitt interessiert gewesen, der mit der Erwachsenenfreigabe. Hier haben wir die PG13- (ab 12)-Variante, die immer noch sehr viel rumschnetzelt und tötet, erstaunlich, was heutzutage so eine 12 bekommt.
An der Seite von Lilith (Blanchett) kämpfen Kevin Hart, Ariana Greenblatt, Jamie Lee Curtis, Florian Munteanu und Jack Black als Comic Relief. Die Figuren sind unterschiedlich nervig und kommen leider mit ihren Stärken, so vorhanden, nicht zur Geltung. Jack Black als Claptrap hat seine Momente, die aber von den vielen nervigen Momenten überschattet werden. Krieg (Munteanu) hat coole Oneliner, die untergehen. Tiny Tina (Greenblatt) schwankt zwischen nervig und nicht nervig mit der Tendenz zu letzterem. Tannis (Curtis) und Roland (Hart) sind ganz oke Figuren. Lilith selbst: Hut ab, Cate Blanchett ist cool.
Die Figuren erfüllen ihre Rollen, die Geschichte ist in Level und Missionen unterteilt. Muss nicht schlecht sein, so ist der Film klar strukturiert und man weiß, wo man storytechnisch steht. Ist jetzt aber auch nicht herausfordernd.
Die Action ist unterschiedlich. Gedreht ist sie gut, gerade die Kampfszenen sind in Ordnung. Aber sie sind etwas zu schnell geschnitten und schwanken zwischen Over-The-Top-Tötungen und nebenläufigem Metzeln.
Die Effekte sind angemessen und sehr gut, will ich nicht meckern. Die Welt hab ich dem Film abgekauft.
Positiv sei noch erwähnt: keine unnötige Romanze, Laufzeit 90 Minuten.
Insgesamt ist der Film ok. Drehbuch würde ich so lassen, evtl. bessere Übergänge schaffen und in den einzelnen Szenen mehr Sorgfalt walten lassen. Zu viel verpufft einfach. Andererseits: kurze Laufzeit.
Ich wurde gut unterhalten, hab mich nicht gelangweilt und hatte nicht das Gefühl, wegschalten zu müssen. Ich muss den Text aber möglichst schnell schreiben, denn nachhaltig in Erinnerung wird der Film dann auch nicht bleiben.
Fazit: Ordentliches Popcorn-Kino: Action und Unterhaltung ohne großen Nährwert.