Film-Kritik: Detektiv Conan – Die Kreuzung des Labyrinths (2003)

 24. September 2026 •  Ekkart •  Detektiv Conan, Kritik •  Kino, Kritik •  IMDB •  8
 angesehen am 8. September 2026
 Fazit: Sehr guter Conan, der insbesondere durch Kyoto und den Einblick in dessen Kultur besticht, ohne Handlung und Action zu vernachlässigen.

Detektiv Conan – Die Kreuzung des Labyrinths (名探偵コナン 迷宮の十字路, Meitantei Konan: Meikyū no Kurosurōdo) – der siebte Conan-Kinofilm.

Spoiler voraus.

Wir beginnen stilecht mit mehreren Morden in Kyoto, die Mitglieder einer Diebesbande werden getötet und ein Bilderrätsel sowie ein Buch über die Geschichte von Yoshitsune (Minamoto no Yoshitsune, 源 義経, einer der berühmtesten Feldherren und Krieger Japans) wird ihnen entwendet.

Cut zu Kogorō, der mit allen nach Kyoto fährt. Dort sind sie in einen Tempel eingeladen, dessen Priester eröffnen, dass ihr Heiligtum, der heilige Buddha der Heilung, bereits vor acht Jahren gestohlen wurde. Das ist ungünstig, da dieser alle 12 Jahre gezeigt wird, die in einer Woche rum sind. Kogorō soll den Buddha finden.

Kogorō bekommt den Brief der Diebesbande zu sehen, der besagt, dass das beiliegende Bilderrätsel den Standort der Statue enthält. Wir kennen das Bilderrätsel, es ist dasselbe wie bei den ermordeten Dieben.

Knifflig, selbst Conan kann es zunächst nicht lösen. Also macht er sich auf den Weg durch Kyoto zur Inspiration, während Ran, Sonoko und Kazuha Kyoto besichtigen. Sie kommen am Kiyomizu-dera vorbei, den wir auch besichtigt haben 😄

Unterdessen trifft Conan Heiji Hattori, den Detektiv des Westens aus Osaka, der in Kyoto seine erste Liebe (die er als Kind gesehen hat) sucht. Warum auch immer, immerhin ist er mit Kazuha glücklich zusammen, aber die Beziehungen bei Conan sind immer so: die Frauen schmachten, die Jungs sind cool, alle sind verliebt, keiner gesteht sich das ein, insbesondere die Jungs nicht. Das beschäftigt auch Kazuha, na ja, am Ende wird aufgelöst, dass sie seine erste Liebe auch in Kyoto ist, aber Heiji ist natürlich zu cool, das zuzugeben.

Wir auch immer, Heiji kennt Conans Identität als Shin’ichi, beide gehen auf die Suche nach der Lösung des Rätsels. Dabei auch eine lustige Nebenidee, dass Kogorō wegen seiner Unfähigkeit gerufen wurde, damit der Buddha nicht gefunden wird, statt den Oberschülerdetektiv des Westens zu nehmen.

Währenddessen vergnügen sich unsere erwachsenen Verdächtigen und Kogorō in Gion bei einer ihnen bekannten Geisha und ihrer Maiko (die für kurze Zeit als Kandidatin für die erste Liebe Heijis im Gespräch ist, um die Spannung zu erhöhen). Zeit für das obligatorische Kogorō-Fremdschämen und den Mord an einem weiteren Dieb.

Wir erleben Mordversuche mit Pfeil und Bogen. Aberwitzige Verfolgungsjagden auf Motorrad (sogar über Schienen). Angriff mit Messer inklusive Verwundung von Heiji. Kazuha, die durchdacht handelt, Heiji mehrfach rettet und dafür zur Damsel in Distress degradiert wird. Mehrere falsche Fährten und Ermittlungen. Ein Lied über Kyotos Straßen. Heiji im Krankenhaus.

Wir sind so weit, dass wir den Fall jetzt lösen und abschließen können. Ein Geistesblitz offenbart Conan die Lösung, die mit dem Straßennetz von Kyoto zusammenhängt. Und, wie immer, den japanischen Schriftzeichen, die Teil der Lösung sind. Wir finden den Mörder in einem verlassenen Tempel.

Conan verwandelt sich mit Ais Hilfe in Shin’ichi, um als Heiji zu kämpfen und Kazura zu befreien. Ran hat den Fall auch gelöst und sieht Shin’ichi wieder. Wunderheilung von Heiji. Alle kämpfen gegen den Mörder und dessen Kumpanen. Das Gute siegt durch das Schwert von Yoshitsune.

Conan betäubt Ran und stiehlt sich so wieder aus jeder Verantwortung. Ran wird wieder einmal gegaslighted – Punktabzug.

Dafür findet sich der Buddha wieder, wieder einmal durch Schriftzeichenmagie.

Der Film unterhält auf mehreren Ebenen. Zum einen ist er wieder professionell und gut umgesetzt, kaum Pausen, alles passt, kann sich entwickeln ohne zu lang zu sein.

Wichtiger: Kyoto wird sehr gut eingebunden, meiner Erachtens wird zum ersten Mal in einem Kinofilm eine Stadt lebendig dargestellt, mit eigenem Leben, Winkeln, eigener Geschichte. Das ist einfach interessant anzusehen, schon bevor wir dort waren, danach umso mehr (auch wenn wir nur einen Schauplatz wiedererkannt haben). Das Lied über die Straßen von Kyoto ist cool.

Die Kultur wird ebenfalls etwas deutlicher dargestellt. Insbesondere die Geisha-Kultur und die Tempel fand ich lebendiger als sonst. Das ist jetzt keine tiefe Einführung, aber deutlich tiefer als sonst üblich. Das tut dem Film gut, auch wenn die ganzen Schriftzeichenrätsel trotz Auflösung Rätsel bleiben.

Ran fällt nicht negativ auf, hat sogar eine ganz ordentliche Rolle abbekommen, mit Abzügen in der B-Note, siehe oben. Kazuha fällt leider ab, eigentlich ist sie cool, aber das lässt der Film nicht zu. Im Gegenteil, Heiji behandelt sie sowas von schlecht, aber das beirrt sie nicht. Es ist, wie es ist, das wird sich in den Filmen nur langsam ändern, es ist halt Conan.

Aber ingesamt ist es einer der besten Filme der Reihe. Alles drin, wie es sein sollte. Frauenrollen sehr ausbaufähig.


 Fazit: Sehr guter Conan, der insbesondere durch Kyoto und den Einblick in dessen Kultur besticht, ohne Handlung und Action zu vernachlässigen.